Deutsch English
GEKODEM
  Gesellschaft für Konfliktprävention, Demokratie und Minderheitenrechte e.V.
  Home Projekt Sri Lanka
Home
Gründung
Ziele
Projekt Sri Lanka
2007
2006
2005
2004
Spenden
Impressum

Projekthintergrund

Motivation für das Projekt

Sri Lanka durchlebt derzeit eine der schwierigsten Phasen seit seiner Unabhängigkeit 1948. Ein 20 Jahre andauernder bewaffneter Konflikt hat eine große Kluft zwischen den Bevölkerungsgruppen Sri Lankas entstehen lassen. Misstrauen und gegenseitige Vorurteile haben sich verfestigt.

Nach 20 Jahren Krieg hat unter anderem die zunehmend schlechte wirtschaftliche Lage in Sri Lanka die srilankische Regierung (SLR) und die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE, Befreiungstiger für Tamil Eelam) am 22. Februar 2002 dazu veranlasst, ein Memorandum of Understanding (MOU, Abkommen zur gegenseitigen Verständigung) und damit einen Waffenstillstand abzuschließen. Es folgten bis heute sieben Runden an Friedensverhandlungen. Mediator und Beobachter des gesamten Friedensprozesses ist die norwegische Regierung.

Im April 2003 sind diese Friedensgespräche zum Stillstand gekommen, da in einigen Punkten - z.B. bei der vorläufigen Selbstverwaltung der tamilischen Gebiete durch die LTTE - keine Einigung erreicht werden konnte. Trotz dieser angespannten Situation und der Differenzen zwischen den Verhandlungsparteien versuchen beide Seiten, die Friedensgespräche wieder aufzunehmen.

Die Kernfragen der Machtverteilung und der Sicherung von Minderheitenrechten wurden immer nur kurz angesprochen, aber nie wirklich diskutiert. Die muslimische Bevölkerungsgruppe und die Upcountry-Tamilen sind in die Verhandlungen nicht mit einbezogen, obwohl es im Osten des Landes zunehmend Konflikte zwischen Tamilen und Moslems gibt. Auch die Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs), die im Friedensprozess aktiv sind, blenden dieses Thema weitgehend aus.

Der jahrelange Bürgerkrieg und das damit verbundene gegenseitige Misstrauen sowie Vorurteile erlauben es bisher nicht, diese empfindlichen, doch kritischen Fragen dezentraler Machtverteilung und föderaler Strukturen anzusprechen.

Während sich die tamilische Minderheit vom Föderalismus eine weitreichende Autonomie erhofft, nimmt die singhalesische Mehrheit diesen als eine Bedrohung wahr und fürchtet den Verlust eigener Rechte. Die bisher geheim gehaltenen Inhalte der Friedensverhandlungen werden daher von vielen argwöhnisch verfolgt. Viele Singhalesen befürchten, dass "ein schöner Teil des Landes an die Tiger vergeben wird". Ein großer Teil der Tamilen sieht ihr Recht auf weitgehende Selbstbestimmung gefährdet.

Gerade zu diesem Zeitpunkt stockender aber nicht hoffnungsloser Friedenverhandlungen hält es GEKODEM für geboten, den Friedensprozess in Sri Lanka zu unterstützen. Insbesondere, was die Themen Machtverteilung und Föderalismus sowie die Integration der gesamten srilankischen Bevölkerung betrifft, sieht GEKODEM fatale Lücken. In Zusammenarbeit mit NGOs und Verbänden der Zivilgesellschaft will GEKODEM diese Lücken schließen.